Koreanischer Slang: 50+ Wörter aus K-Dramas und K-Pop (2026)
Lerne über 50 koreanische Slangwörter aus K-Dramas, K-Pop, Chats und dem Alltag. Mit Hangul, Umschrift, Bedeutung und echtem Verwendungskontext für jeden Begriff.

Wenn du je ein K-Drama geschaut und ein Wort gehört hast, das in keinem Lehrbuch stand, oder dich durch K-Pop-Fankommentare gescrollt und nichts verstanden hast, dann bist du koreanischem Slang begegnet. Lehrbücher bringen dir die geschliffene, formelle Variante des Koreanischen bei, also die für ein Vorstellungsgespräch oder das Gespräch mit der Professorin. Echtes Koreanisch dagegen, wie es unter Freunden in einem Seouler Café gesprochen, in Gruppenchats getippt und von Showmoderatoren gerufen wird, steckt voller Slang, Abkürzungen und Ausdrücke, die sich schneller entwickeln, als jeder Lehrplan mitkommt.
Dieser Guide behandelt über 50 koreanische Slangwörter, die Muttersprachler 2026 tatsächlich benutzen. Zu jedem Eintrag gibt es Hangul, Umschrift, Bedeutung und realen Kontext, damit du nicht nur weißt, was diese Wörter heißen, sondern auch wann und wie man sie einsetzt. Ob du als Anfängerin deinen ersten koreanischen Wortschatz aufbaust oder als Fortgeschrittener natürlicher klingen willst: Diese Ausdrücke verändern, wie du koreanische Medien und Gespräche verstehst. Wenn du gerade erst startest, ist unser Einsteiger-Guide zum Koreanischlernen ein guter Ort, um das Fundament zu legen, bevor du dich in den Slang stürzt.
Warum koreanischen Slang lernen?
Koreanischer Slang ist kein Luxus, sondern notwendig, wenn du verstehen willst, wie Koreaner wirklich kommunizieren. Darum:
- K-Dramas und K-Pop sind voll davon. Drehbuchautorinnen und Songwriter nutzen Slang, damit Dialoge echt klingen. Ohne Slangkenntnisse verpasst du Humor, Subtext und emotionale Zwischentöne, die Untertitel oft nicht einfangen.
- Chats und Social Media laufen darauf. Die koreanische Chatkultur gehört zu den abkürzungsreichsten der Welt. Wer mit koreanischen Freunden online schreiben will, muss ihre Kurzformen verstehen.
- Es signalisiert kulturelle Sicherheit. Wenn du im richtigen Moment ein 대박 oder 헐 fallen lässt, merken Muttersprachler das. Es zeigt, dass du dich mit lebendigem Koreanisch beschäftigst, nicht nur mit Lehrbuchkoreanisch.
- Es verändert sich ständig. Koreanischer Slang spiegelt soziale Trends, Internetkultur und Generationenidentität. Wer am Ball bleibt, hält sein Koreanisch aktuell.
Eine Anmerkung zur Höflichkeit: Slang ist von Natur aus locker. Diese Wörter gehören in Gespräche mit Freunden, in Onlinekommentare und in entspannte Situationen. Slang gegenüber Älteren, im Geschäftskontext oder bei Menschen, die du gerade erst kennengelernt hast, wäre unpassend, genau wie derber Slang in einem formellen deutschen Rahmen. Im Zweifel bleib bei den höflichen Formen aus unserem Überblick zu koreanischen Begrüßungen und heb dir den Slang für deinen engen Kreis auf.
Alltagsslang
Das sind die Brot-und-Butter-Ausdrücke, die du im koreanischen Alltag hörst: auf der Straße, im Café, unter Freunden und überall in koreanischen Medien.
대박 (Daebak): „Der Wahnsinn“ / „Volltreffer“
대박 (daebak) ist wohl das ikonischste koreanische Slangwort. Wörtlich heißt es „großer Treffer“ oder „Jackpot“, im Alltag aber ist es ein Allzweck-Ausruf für Überraschung, Staunen oder Unglauben. Gute Nachrichten? 대박! Schockierende Wendung? 대박! Unglaubliches Essen? 대박! Es funktioniert für positive und negative Überraschungen, tendiert aber ins Positive. In K-Dramas und Shows hörst du es ununterbrochen.
화이팅 (Hwaiting): „Du schaffst das!“
화이팅 (hwaiting), manchmal 파이팅 (paiting) geschrieben, ist ein aus dem Englischen entlehnter Anfeuerungsruf („fighting“). Er heißt „los geht's!“ oder „du packst das!“ und wird vor Prüfungen, Wettkämpfen, schwierigen Aufgaben oder jeder Herausforderung benutzt. Oft kombinieren Koreaner ihn mit einer geballten Faust. Wenn eine Freundin dir von ihrer großen Präsentation morgen erzählt, ist 화이팅! die natürliche Antwort.
아이고 (Aigo): „Ach herrje“
아이고 (aigo), auch 아이구 (aigu) geschrieben, ist ein tief verankerter koreanischer Ausruf über alle Altersgruppen hinweg. Er drückt alles aus, von Genervtheit und Frust bis zu Zuneigung und Erleichterung. Eine Großmutter, die ihren Enkel nach langer Zeit sieht, sagt vielleicht „아이고, 우리 손자!“ (Aigo, mein Enkel!). Wer gerade sein Handy fallen gelassen hat, seufzt „아이고...“. Es ist weniger Slang als ein Grundbaustein des gesprochenen Koreanisch, den kein Lehrbuch angemessen vermittelt.
짱 (Jjang): „Das Beste“
짱 (jjang) heißt „das Beste“ oder „top“. Es funktioniert als eigenständiger Ausruf oder als Anhängsel an Substantive: 얼짱 (eoljjang, „bestes Gesicht“, also jemand extrem Attraktives), 몸짱 (momjjang, „bester Körper“, also sehr durchtrainiert). Jemanden oder etwas 짱 zu nennen ist ein starkes Kompliment. Das Wort gibt es seit Jahrzehnten und wird weiterhin viel benutzt, besonders von Jüngeren.
눈치 (Nunchi): „Gespür für die Situation“
눈치 (nunchi) ist eines dieser koreanischen Konzepte ohne saubere deutsche Entsprechung. Es bezeichnet die feine Kunst, die Stimmung anderer einzuschätzen, soziale Signale zu lesen und das eigene Verhalten anzupassen. Wer gutes nunchi hat (눈치가 빠르다, nunchi-ga ppareuda), erfasst unausgesprochene Signale sofort. Wer schlechtes nunchi hat (눈치가 없다, nunchi-ga eopda), merkt von der Gruppendynamik nichts. In Korea gilt nunchi als lebenswichtige Fähigkeit, und du hörst ständig Verweise darauf, etwa „눈치 봐!“ (Nunchi bwa! Lies mal die Stimmung!).
애교 (Aegyo): „Absichtliche Niedlichkeit“
애교 (aegyo) beschreibt das bewusste Niedlichsein durch übertriebene Gesten, eine kindliche Stimme, Schmollen oder verspieltes Verhalten. Es ist ein riesiger Teil der koreanischen Popkultur: K-Pop-Idols werden in Shows ständig gebeten, ihr aegyo zu zeigen, und in koreanischen Beziehungen spielt es eine große Rolle. Aegyo kann echt oder inszeniert sein, und Koreaner haben dazu klare Meinungen: Die einen finden es entzückend, die anderen zum Fremdschämen. Der Ausdruck „애교 부리다“ (aegyo burida) bedeutet „niedlich tun“.
소확행 (Sohwakhaeng): „Kleines, sicheres Glück“
소확행 (sohwakhaeng) ist die Kurzform von 소소하지만 확실한 행복 (sosohajiman hwaksilhan haengbok), also „kleines, aber sicheres Glück“. Aus einem Essay von Haruki Murakami entlehnt, wurde das Wort in Korea zum kulturellen Phänomen. Es beschreibt die Haltung, Freude in den kleinen Dingen zu finden: ein perfekter Kaffee, ein Spaziergang an einem sonnigen Nachmittag, eine warme Decke an einem kalten Tag. Koreaner benutzen es für Momente und Lebensentscheidungen, die schlichte Zufriedenheit über große Ambitionen stellen.
찐 (Jjin): „Echt“
찐 (jjin) heißt „echt“ oder „authentisch“ und betont Aufrichtigkeit. Wenn jemand in einer Show echte Emotion zeigt, kommentieren Zuschauer vielleicht „찐이다“ (jjin-ida, „das ist echt“). Ein 찐친 (jjinchin) ist ein „echter Freund“, also wirklich nah, nicht nur eine Bekanntschaft. Ursprünglich stammt es aus dem Gyeongsang-Dialekt und wurde über Shows und Social Media landesweit populär.
레전드 (Rejendeu): „Legendär“
레전드 (rejendeu) ist die koreanisierte Aussprache von „legend“ und beschreibt einen ikonischen, unvergesslichen Moment oder eine herausragende Leistung. Wenn ein K-Pop-Idol eine außergewöhnliche Bühne abliefert, fluten Fans die Kommentare mit „레전드“ oder „이건 레전드“ (igeon rejendeu, „das ist legendär“). Es passt auf Momente, Fotos, Outfits oder alles, was heraussticht und im Gedächtnis bleibt.
K-Drama- und K-Pop-Slang
Diese Ausdrücke sind Standard in der koreanischen Unterhaltung. Du hörst sie in Serien, Musikshows, Fancommunities und quer durch koreanische Social Media.
헐 (Heol): „Krass“ / „Nee, oder?“
헐 (heol) ist das koreanische Pendant zu „OMG“ oder einem scharfen Luftschnappen. Es drückt Schock, Überraschung oder Sprachlosigkeit aus. Dramatische Enthüllung im K-Drama? 헐. Deine Freundin erzählt, dass sie mit jemandem Unerwartetem zusammen ist? 헐. Je nach Ton kann es positive wie negative Überraschung transportieren. Getippt dehnen Koreaner es gern: 헐헐헐 oder 허얼.
썸 (Sseom): „Die Phase kurz vor der Beziehung“
썸 (sseom) kommt vom englischen „something“ (im Sinne von „da läuft was zwischen uns“) und beschreibt die vieldeutige, knisternde Phase, bevor zwei Menschen offiziell ein Paar sind. „썸 타다“ (sseom tada) heißt, in dieser aufregenden, nervösen Zeit gegenseitigen Interesses zu stecken, in der noch niemand ein Geständnis gemacht hat. K-Dramas leben von dieser Spannung, und das Wort fällt in Gesprächen übers Daten ständig. „너네 둘 썸이야?“ (Neone dul sseomiya?) heißt „Läuft da was zwischen euch beiden?“.
멘붕 (Menbung): „Zusammenbruch“
멘붕 (menbung) ist kurz für 멘탈붕괴 (mental bung-gwae, „mentaler Kollaps“). Es beschreibt das Gefühl, so geschockt, überfordert oder verwirrt zu sein, dass das Hirn kurzschließt. Prüfung verhauen, für die du hart gelernt hast? 멘붕. Deine Lieblingsfigur im K-Drama stirbt? 멘붕. Es wird locker und humorvoll benutzt, selten für wirklich ernste Lagen. Das Gegenteil ist 멘탈갑 (mentalkkap), jemand mit unerschütterlicher mentaler Stärke.
오글거리다 (Ogeulgeorida): „Zum Fremdschämen“
오글거리다 (ogeulgeorida) beschreibt dieses zusammenzuckende, kribbelige Gefühl, wenn etwas übermäßig kitschig, romantisch oder peinlich ist. Wenn eine K-Drama-Figur im Regen ein übertriebenes Liebesgeständnis abliefert, kommentieren koreanische Zuschauer oft „오글거려“ (ogeulgeoryeo, „so cringe“). Die Adjektivform 오글오글 (ogeul-ogeul) verstärkt den Effekt. Negativ ist das nicht zwingend: Viele Koreaner genießen einen guten ogeulgeorida-Moment in ihren Liebesserien, auch wenn sie den Kitsch durchschauen.
비담 (Bidam): „Das Gesicht der Gruppe“
비담 (bidam) ist kurz für 비주얼 담당 (bijueol damdang), also „zuständig für das Visuelle“. In K-Pop-Gruppen bekommt jedes Mitglied informell eine Rolle, und 비담 ist die Person, die als optisch auffälligste gilt. Fans benutzen es, um das Aussehen ihres Bias zu loben: „우리 오빠는 비담이야“ (uri oppa-neun bidamiya, „unser Oppa ist der Visual“). Der Begriff hat den K-Pop-Kontext verlassen und dient heute allgemein als Kompliment.
빵터지다 (Ppangteojida): „Loslachen“
빵터지다 (ppangteojida) heißt wörtlich „wie ein Brot platzen“ (빵 ist Brot, und „ppang“ imitiert zugleich ein Knallgeräusch). Es beschreibt so plötzliches, heftiges Lachen, dass du es nicht kontrollieren kannst. Wenn dich etwas in einer Show völlig unvorbereitet trifft: „빵 터졌어“ (ppang teojyeosseo, „ich bin losgeprustet“). Ein bildhafter, unterhaltsamer Ausdruck, der diesen Moment perfekt einfängt.
꿀잼 (Kkuljaem): „Mega unterhaltsam“
꿀잼 (kkuljaem) kombiniert 꿀 (kkul, „Honig“) mit 재미 (jaemi, „Spaß“). Honig dient im koreanischen Slang als Vorsilbe für „das Beste“ oder „süß“, 꿀잼 heißt also, dass etwas unglaublich unterhaltsam ist. Eine großartige K-Drama-Folge? 꿀잼. Ein süchtig machendes Handyspiel? 꿀잼. Passt auf jeden Inhalt, der richtig Spaß macht.
노잼 (Nojaem): „Langweilig“
노잼 (nojaem) ist das Gegenteil von 꿀잼. Es verbindet das englische „no“ mit 재미 (jaemi, „Spaß“) und heißt „überhaupt nicht witzig“ oder „langweilig“. Ein enttäuschender Film? 노잼. Eine Showfolge, die floppt? 노잼. Jemanden 노잼 zu nennen heißt, er habe keinen Humor oder sei fade, also Vorsicht: Das kann eine echte Beleidigung sein.
인싸 (Inssa): „Beliebte Person“
인싸 (inssa) kommt vom englischen „insider“ und beschreibt jemanden, der sozial beliebt ist, immer mittendrin steckt und jeden Trend kennt. Ein 인싸 kennt allen aktuellen Slang, hat einen vollen Kalender und ist die Seele jeder Runde. 인싸 genannt zu werden ist meist ein Kompliment, kann aber einen Hauch Neid tragen. Junge Koreaner nutzen den Begriff viel, um soziale Dynamiken in Schule, Uni und Job zu beschreiben.
아싸 (Assa): „Außenseiter“
아싸 (assa) ist das Gegenstück zu 인싸, abgeleitet von „outsider“. Es beschreibt jemanden, der Alleinsein bevorzugt, am Rand sozialer Gruppen bleibt oder Trends nicht mitmacht. Anders als das deutsche „Außenseiter“, das meist negativ klingt, kann 아싸 selbstironisch, neutral oder sogar stolz gemeint sein. Viele Koreaner nennen sich scherzhaft 아싸, wenn sie lieber zu Hause bleiben. Die wachsende 혼자-Kultur (honja, „allein“) hat es gesellschaftlich akzeptabler gemacht.
셀카 (Selka): „Selfie“
셀카 (selka) ist kurz für 셀프 카메라 (selpeu kamera, „self camera“) und das koreanische Wort für Selfie. Koreas Selfie-Kultur ist riesig, von Fotoautomaten (셀카존, selkajon) an jeder Ecke bis zu den Frontkamera-Features koreanischer Handys. K-Pop-Idols posten regelmäßig 셀카 für Fans, und „셀카 찍자“ (selka jjikja, „lass uns ein Selfie machen“) hörst du ständig, wenn du mit koreanischen Freunden unterwegs bist.
Internet- und Chat-Slang
Die koreanische Internet- und Chatkultur hat einen reichen Vorrat an Abkürzungen hervorgebracht. Viele davon nutzen reine Konsonantenkürzel (초성, choseong), bei denen nur der Anfangskonsonant jeder Silbe getippt wird. Wer koreanische Kommentare, Gruppenchats und Social Media lesen will, kommt daran nicht vorbei. Wenn du Umgangskoreanisch üben willst (auch im Chatstil), sieh dir unsere Tipps zur koreanischen Konversationspraxis an.
ㅋㅋㅋ (kkk): Lachen
ㅋㅋㅋ steht für Lachen, ähnlich wie „hahaha“ oder „lol“. Der Konsonant ㅋ (kieuk) imitiert ein Glucksen. Je mehr ㅋ, desto lustiger: ein einzelnes ㅋ ist eine höfliche Kenntnisnahme, ㅋㅋ ein leises Schmunzeln, ㅋㅋㅋ echtes Lachen, und ㅋㅋㅋㅋㅋㅋㅋ heißt, du stirbst vor Lachen. Es ist mit Abstand das häufigste Chatzeichen im Koreanischen.
ㅎㅎ (hh): Sanftes Lachen
ㅎㅎ nutzt den Konsonanten ㅎ (hieut) für ein weicheres, sanfteres Lachen, eher ein warmes Lächeln oder höfliches Kichern. Während ㅋㅋㅋ je nach Kontext scharf oder sarkastisch wirken kann, klingt ㅎㅎ immer freundlich und mild. Wer im Chat zugänglich und warm rüberkommen will, nutzt es gern.
ㅠㅠ / ㅜㅜ: Weinen
ㅠㅠ und ㅜㅜ stellen weinende Gesichter dar. Die Zeichen sehen aus wie herablaufende Tränen. ㅠㅠ drückt Traurigkeit, Frust, Enttäuschung oder Mitgefühl aus: „시험 망했어 ㅠㅠ“ (siheom manghaesseo ㅠㅠ, „Ich hab die Prüfung verhauen ㅠㅠ“). Wie bei ㅋ kannst du zur Betonung vervielfachen: ㅠㅠㅠㅠ heißt, du bist völlig am Boden (oder tust zumindest so).
ㄱㄱ (gg): „Los geht's“
ㄱㄱ steht für 고고 (gogo), aus dem englischen „go go“. Eine schnelle Art zu sagen „machen wir“ oder „auf geht's“. Wenn ein Freund vorschlägt, essen zu gehen, und du dabei bist, antworte einfach ㄱㄱ. In Gaming- und Gruppenchat-Kontexten extrem verbreitet.
ㅇㅇ (oo): „Jup“
ㅇㅇ ist die Kurzform von 응 (eung, „ja“) oder 어 (eo, „mhm“). Die faulste mögliche Art, im Chat Ja zu sagen: schnell, minimal und unter koreanischen Chattern universell verstanden.
ㄴㄴ (nn): „Nee“
ㄴㄴ steht für 노노 (nono), vom englischen „no no“. Eine lockere Kurzform, um abzulehnen oder zu widersprechen. „오늘 갈 수 있어?“ (Kannst du heute kommen?): „ㄴㄴ“ (Nee).
ㅇㅋ (ok): „OK“
ㅇㅋ ist die Konsonantenabkürzung von 오케이 (okei, „okay“). Eine schnelle Bestätigung im Chat, nichts Ausgefallenes.
ㄷㄷ (dd): „Schauder“
ㄷㄷ steht für 덜덜 (deoldeol), eine Lautmalerei fürs Zittern. Es wird benutzt, wenn etwas schockierend, gruselig oder beeindruckend heftig ist: „그 가격 ㄷㄷ“ (geu gagyeok ㄷㄷ, „dieser Preis ... schauder“). Es kann Ehrfurcht, Angst oder Unglauben ausdrücken.
ㅈㅅ (js): „Sorry“
ㅈㅅ ist die Konsonantenabkürzung von 죄송 (joesong, „Entschuldigung“). Extrem lockere Chat-Kurzform, wie eine schnelle Entschuldigung im Gruppenchat oder Onlinespiel. Die ganze Bandbreite koreanischer Entschuldigungen und wann welche passt, findest du in unserem Guide zum Entschuldigen auf Koreanisch.
ㅁㅇ (my): „Sorry“ (noch lockerer)
ㅁㅇ ist die Konsonantenabkürzung von 미안 (mian, „tut mir leid“). Noch lockerer als ㅈㅅ und das absolute Minimum einer schriftlichen Entschuldigung. Nur bei sehr engen Freunden, die diese Knappheit nicht krummnehmen.
TMI: „Zu viel Information“
TMI wird genau wie im Englischen benutzt, wenn jemand mehr Details teilt als nötig. Koreaner haben die englische Abkürzung komplett übernommen und nutzen sie ständig. „아, 그건 TMI야“ (A, geugeon TMI-ya, „Ah, das ist TMI“) hörst du regelmäßig. K-Pop-Idols werden bei Fanevents oft nach „오늘의 TMI“ (oneul-ui TMI, „das TMI des Tages“) gefragt und teilen dann eine belanglose Kleinigkeit aus ihrem Tag.
갑분싸 (Gapbunssa): „Plötzliche Stimmungsbremse“
갑분싸 (gapbunssa) ist die Kurzform von 갑자기 분위기 싸해지다 (gapjagi bun-wigi ssahaejida), also „die Stimmung kippt plötzlich“. Es beschreibt diesen unangenehmen Moment, wenn jemand die Laune killt: ein unpassender Witz, ein heikles Thema oder eine Bemerkung, die den Raum verstummen lässt. Koreaner sind extrem sensibel für Gruppenstimmung (das hängt direkt mit 눈치 zusammen), und 갑분싸 fängt das kollektive Zusammenzucken ein. „야, 갑분싸 만들지 마“ (Ya, gapbunssa mandeulji ma) heißt „Hey, mach die Stimmung nicht kaputt“.
Essen und Trinken
Koreas Ess- und Trinkkultur ist legendär und hat einen reichen Wortschatz hervorgebracht. Diese Begriffe fallen ständig, wenn Pläne gemacht, Restaurants bewertet oder übers Essen geredet wird.
치맥 (Chimaek): „Hähnchen und Bier“
치맥 (chimaek) verbindet 치킨 (chikin, „Fried Chicken“) und 맥주 (maekju, „Bier“) zu einem geliebten Kofferwort. Frittiertes Hähnchen mit Bier ist eine ikonische koreanische Kombination, praktisch ein Nationalsport. „오늘 치맥 어때?“ (Oneul chimaek eottae? „Wie wär's heute mit Chimaek?“) ist an fast jedem Abend eine der häufigsten Fragen unter koreanischen Freunden. Es ist nicht nur Essen, sondern ein soziales Ritual.
맛집 (Matjip): „Top-Restaurant“
맛집 (matjip) verbindet 맛 (mat, „Geschmack“) und 집 (jip, „Haus/Laden“) zu einem Lokal, das außergewöhnlich gut ist. Die koreanische Kultur ist besessen davon, matjips zu finden und zu teilen: Es gibt ganze TV-Sendungen, YouTube-Kanäle und Apps, die 맛집-Listen kuratieren. „여기 맛집 알아?“ (Yeogi matjip ara? „Kennst du hier ein gutes Lokal?“) ist ein ganz normaler Gesprächseinstieg.
존맛 (Jonmat): „Wahnsinnig lecker“
존맛 (jonmat) ist kurz für 존나 맛있다 (jonna masitda), eine verstärkte Art zu sagen, dass etwas köstlich ist. Die Vorsilbe 존나 ist eigentlich ein vulgärer Verstärker (vergleichbar mit einem deutschen Kraftausdruck zur Betonung), 존맛 ist also derb, aber im lockeren Sprachgebrauch und in Online-Foodreviews extrem verbreitet. Die sauberere Variante 존맛탱 (jonmattaeng) hängt ein verspieltes Suffix an. Wenn du in etwas Unglaubliches beißt und deinen Freunden reines kulinarisches Glück mitteilen willst, ist 존맛 das Wort. Sei dir nur der derben Herkunft bewusst und lass es in feiner Gesellschaft weg.
혼술 (Honsul): „Allein trinken“
혼술 (honsul) verbindet 혼자 (honja, „allein“) und 술 (sul, „Alkohol“). Früher in Koreas gruppenorientierter Kultur stigmatisiert, ist 혼술 heute nicht nur akzeptiert, sondern trendy. Es gibt Serien darüber, Bars für Alleintrinkende und eine ganze Generation junger Koreaner, die 혼술 als Selbstfürsorge feiern. Teil der größeren 혼자-Bewegung (honja).
혼밥 (Honbap): „Allein essen“
혼밥 (honbap) verbindet 혼자 (honja, „allein“) und 밥 (bap, „Reis/Essen“). Wie 혼술 galt das früher als traurig oder ungewöhnlich in einem Land, in dem Mahlzeiten traditionell gemeinsam stattfinden. Heute ist 혼밥 völlig normalisiert, mit Restaurants, die Einzelplätze und passende Portionen anbieten. „오늘 혼밥할까?“ (Oneul honbaphalkka? „Soll ich heute allein essen?“) ist für viele junge Koreaner ein ganz gewöhnlicher Gedanke.
먹방 (Meokbang): „Ess-Sendung“
먹방 (meokbang) verbindet 먹다 (meokda, „essen“) und 방송 (bangsong, „Sendung“). Gemeint ist das enorm populäre Genre von Livestreams oder Videos, in denen jemand vor der Kamera große Mengen isst und mit dem Publikum interagiert. Meokbang entstand um 2010 in Korea und wurde zum globalen Phänomen. Der Reiz liegt in der ASMR-Qualität der Essgeräusche, der Gesellschaft für einsame Zuschauer und dem Schauwert der Menge.
꿀맛 (Kkulmat): „Honigsüß lecker“
꿀맛 (kkulmat) heißt wörtlich „Honiggeschmack“ und beschreibt Essen (manchmal auch Erlebnisse), das süß, befriedigend und rundum wunderbar ist. Wie bei 꿀잼 hebt die Vorsilbe 꿀 alles an: 꿀맛-Essen ist so gut, dass es sich wie eine Belohnung anfühlt. „이거 꿀맛이야“ (igeo kkulmasiya, „das schmeckt der Wahnsinn“) ist eine übliche Reaktion auf gutes Essen.
갈비 (Galbi) im Sprachgebrauch
Während 갈비 (galbi), also marinierte Grillrippchen, ein normales koreanisches Wort ist, taucht es stark in umgangssprachlichen Kontexten rund um Essen auf. Sätze wie „갈비 먹으러 갈래?“ (Galbi meogeulleo gallae? „Lust auf Galbi?“) gehören zu den häufigsten Essenseinladungen. In der koreanischen Internetkultur steht Galbi für Feiern und Genuss. Wenn etwas Gutes passiert, scherzen Koreaner über „갈비 각“ (galbi gak, „ein Galbi-würdiger Anlass“).
Gefühlsausdrücke
Beim Ausdruck von Gefühlen ist koreanischer Slang besonders reich. Diese Begriffe fassen spezifische Empfindungen, für die es im Deutschen manchmal keine direkte Entsprechung gibt.
극혐 (Geukhyeom): „Extremer Ekel“
극혐 (geukhyeom) ist kurz für 극한의 혐오 (geukhan-ui hyeomo), also „extreme Abneigung“. Es wird benutzt, wenn etwas so abstoßend, nervig oder unangenehm ist, dass ein mildes Wort nicht reicht. Schlechter Kundenservice? 극혐. Eine ekelhafte Essenskombination? 극혐. Ein starkes Wort, also nur einsetzen, wenn du deinen Unmut wirklich betonen willst. Das Gegenteil wäre 극호 (geukho, „extreme Vorliebe“).
설레다 (Seolleda): „Herzklopfen“
설레다 (seolleda) beschreibt dieses Kribbeln im Bauch, das Herzrasen vor Aufregung, meist romantisch, aber nicht nur. Warten auf den Ticketverkauf? 설레다. Erstes Date? 설레다. Ein lang erwartetes Paket öffnen? 설레다. K-Dramas nutzen das Wort ständig: „심장이 설레어“ (simjang-i seolleeo, „mein Herz flattert“). Technisch ist es ein normales Verb und kein Slang, aber seine Präsenz in Popkultur und Alltagssprache macht es unverzichtbar.
답답하다 (Dapdapada): „Beklemmend frustrierend“
답답하다 (dapdapada) beschreibt ein typisch koreanisches Frustgefühl, das entsteht, wenn eine Situation erstickend ist, feststeckt oder nicht vorankommt. Es kann körperliche Enge meinen (ein überfüllter Raum) oder emotionalen Frust (ein Freund, der nicht zuhört, ein zäher Behördengang, eine K-Drama-Figur, die ihre Gefühle nicht gesteht). Wenn Zuschauer den Bildschirm anschreien, weil sich die Hauptfiguren dauernd missverstehen, empfinden sie 답답하다.
짜증나다 (Jjajeungnada): „Voll nervig“
짜증나다 (jjajeungnada) heißt „genervt sein“. Die lockere Form „짜증나“ (jjajeungna) gehört zu den meistgesagten Ausdrücken im Alltagskoreanisch. Stau? 짜증나. Handyakku leer? 짜증나. Kollege ohne Kopfhörer? 짜증나. Es deckt Alltagsärgernisse perfekt ab, und sobald du auf Koreanisch lebst, hörst und benutzt du es ständig.
억울하다 (Eogulhada): „Zu Unrecht beschuldigt“
억울하다 (eogulhada) beschreibt das spezifische, quälende Gefühl, für etwas beschuldigt oder bestraft zu werden, das nicht deine Schuld ist. Kein einzelnes deutsches Wort trifft es genau: „ungerecht“ ist zu schwach, „widerrechtlich“ zu förmlich. Wenn du für etwas ausgeschimpft wirst, das dein Geschwisterkind getan hat, wenn ein Schiedsrichter falsch gegen dein Team entscheidet oder eine K-Drama-Figur für ein fremdes Verbrechen büßt, dann ist das 억울하다. Es sitzt tief im koreanischen Gefühlswortschatz.
속상하다 (Soksanghada): „Innerlich verletzt“
속상하다 (soksanghada) beschreibt inneres Verletztsein, Enttäuschung oder seelischen Kummer. Wörtlich hängt es damit zusammen, dass dein Inneres (속, sok) in einem schlechten Zustand ist (상하다, sanghada, „verderben“). Es ist das, was du fühlst, wenn ein Freund kurzfristig absagt, du den ersehnten Job nicht bekommst oder jemand Wichtiges dich enttäuscht. Koreanische Freunde fragen oft „속상해?“ (soksanghae?), wenn sie merken, dass es dir schlecht geht. Ein zartes, empathisches Wort.
현타 (Hyeonta): „Realitätscheck“
현타 (hyeonta) ist kurz für 현실자각타임 (hyeonsil jagak taim, „Zeit der Realitätserkenntnis“). Es beschreibt diesen ernüchternden Moment, in dem du aus einer Fantasie oder guten Stimmung herausgerissen und von der kalten Wirklichkeit getroffen wirst. Nach einem Serienmarathon merken, dass Sonntagabend ist und morgen Arbeit ansteht: 현타. Nach einem tollen Urlaub am Flughafen landen: 현타. Es fasst den Kontrast zwischen Wunsch und Wirklichkeit perfekt.
소름 (Soreum): „Gänsehaut“
소름 (soreum) heißt wörtlich „Gänsehaut“ und wird als Ausruf benutzt, wenn dir etwas Schauer über den Rücken jagt, sei es aus Staunen, Angst oder wegen einer starken Darbietung. „소름 돋았어“ (soreum dodasseo, „ich hab Gänsehaut“) oder einfach „소름!“ ist die Standardreaktion auf eine umwerfende Gesangsleistung, eine gruselige Wendung oder einen unglaublichen Zufall. In der K-Pop-Fankultur ist es eines der höchsten Komplimente.
Bonus: Weiterer Slang, den du kennen solltest
Diese zusätzlichen Begriffe runden deinen Wortschatz auf über 50 Ausdrücke ab.
꼰대 (Kkondae): „Ewiggestriger“
꼰대 (kkondae) beschreibt eine ältere Person (meist Vorgesetzte, Lehrkraft oder Ältere), die herablassend ist, überholte Werte predigt und jüngeren Perspektiven nicht zuhört. Ungefähr die Haltung hinter „ok boomer“. In der koreanischen Arbeitskultur ist es üblich, jemanden (hinter dem Rücken natürlich) 꼰대 zu nennen, um Frust über starre, belehrende Vorgesetzte loszuwerden. Das Wort ist so etabliert, dass es in Serientiteln und Schlagzeilen auftaucht.
플렉스 (Peullekseu): „Angeben“
플렉스 (peullekseu) ist die koreanisierte Übernahme des englischen „flex“, also mit Wohlstand oder Besitz protzen. In Korea wurde es riesig durch die Rapzeile „플렉스 해버렸지 뭐“ (peullekseu haebeoryeotji mwo, „hab halt geflext“). Koreaner nutzen es ernst und ironisch: Dir ein teures Essen gönnen? „오늘 플렉스!“ Eine Luxustasche kaufen? „플렉스 했어.“ Es funktioniert für echte Extravaganz wie für selbstironische Übertreibung.
갓 (Gat): „Göttlich“
갓 (gat) kommt vom englischen „God“ und dient als Vorsilbe, die jemanden oder etwas in legendären Rang hebt. 갓세븐 (Got7, die K-Pop-Gruppe), 갓겜 (gatgem, „göttliches Spiel“), 갓기 (gatgi, „göttliches Können“). Wenn ein Idol eine Performance komplett zerlegt, hängen Fans 갓 vor den Namen. Das ultimative Kompliment für Exzellenz.
핵 (Haek): „Nuklear“ (Verstärker)
핵 (haek) heißt „nuklear“ und dient als verstärkende Vorsilbe, ähnlich wie „mega“ oder „wahnsinnig“. 핵맛있다 (haek masitda, „mega lecker“), 핵귀여워 (haek gwiyeowo, „mega süß“), 핵노잼 (haek nojaem, „mega langweilig“). Es dreht jedes Adjektiv, mit dem es kombiniert wird, auf Maximum.
JMT (존맛탱, Jonmattaeng)
JMT ist die romanisierte Abkürzung von 존맛탱 (jonmattaeng), der verspielten Version des oben behandelten 존맛. Als Chat- und Social-Media-Kürzel ging es viral. Foodreviewer, YouTuber und ganz normale Koreaner tippen „JMT“ in Kommentare, wenn etwas außergewöhnlich gut schmeckt. Es ist so verbreitet, dass selbst Leute, die die Buchstaben nicht auflösen können, die Bedeutung kennen.
웃프다 (Utpeuda): „Lustig und traurig zugleich“
웃프다 (utpeuda) verschmilzt 웃기다 (utgida, „lustig“) und 슬프다 (seulpeuda, „traurig“) zu einem Wort für „gleichzeitig komisch und traurig“. Es beschreibt bittersüße Momente perfekt: ein Comedian, der über seine Nöte witzelt, eine nostalgische Erinnerung, bei der du lachst und feuchte Augen bekommst, oder eine K-Drama-Szene, die herzzerreißend und zugleich absurd ist. Es fasst eine sehr spezifische emotionale Doppeldeutigkeit, die Koreaner gern benennen.
만렙 (Mallep): „Maximallevel“
만렙 (mallep) kommt aus der Gaming-Kultur: 만 (man, „voll/max“) plus 레벨 (rebel, „Level“). Es beschreibt jemanden, der eine Fähigkeit ausgereizt hat. Ein Koch, der alles perfekt zubereitet? 요리 만렙 (yori mallep, „Kochen auf Maximallevel“). Jemand mit unglaublichen sozialen Fähigkeiten? 눈치 만렙 (nunchi mallep). Aus dem Gaming ist es in den Alltagsslang übergegangen und lobt Meisterschaft in jedem Bereich.
취저 (Chwijeo): „Genau mein Ding“
취저 (chwijeo) ist kurz für 취향 저격 (chwihyang jeogyeok, „Geschmack getroffen“). Es heißt, dass etwas perfekt zu deinen Vorlieben passt, als wäre es gezielt auf dich zugeschnitten. Eine neue Serie mit allem, was du liebst? 취저. Ein Café mit genau deiner Ästhetik? 취저. „이거 완전 취저야“ (igeo wanjeon chwijeoya, „das ist total mein Ding“) ist die übliche Verwendung.
킹받다 (Kingbatda): „Zum Ausrasten“
킹받다 (kingbatda) ist eine verspielte Verstärkung von 열받다 (yeolbatda, „sauer werden“), bei der 열 („Hitze“) durch 킹 („king“) ersetzt wird, also „königlich wütend“. Es beschreibt etwas Aufregendes im negativen Sinn, wird aber humorvoll übertrieben eingesetzt. Mieses Glück im Spiel? 킹받네 (kingbanne). Ein Freund, der ständig absagt? 킹받아 (kingbada). Über Gaming-Streams populär geworden und in den allgemeinen Slang übergegangen.
Schnellübersicht: Koreanischer Slang nach Kategorie
| Slang | Umschrift | Bedeutung | Kategorie |
|---|---|---|---|
| 대박 | Daebak | Der Wahnsinn / Volltreffer | Alltag |
| 화이팅 | Hwaiting | Du schaffst das! | Alltag |
| 아이고 | Aigo | Ach herrje | Alltag |
| 짱 | Jjang | Das Beste | Alltag |
| 눈치 | Nunchi | Gespür für die Situation | Alltag |
| 애교 | Aegyo | Absichtliche Niedlichkeit | Alltag |
| 소확행 | Sohwakhaeng | Kleines, sicheres Glück | Alltag |
| 찐 | Jjin | Echt | Alltag |
| 레전드 | Rejendeu | Legendärer Moment | Alltag |
| 헐 | Heol | Krass / Nee, oder? | K-Drama / K-Pop |
| 썸 | Sseom | Phase vor der Beziehung | K-Drama / K-Pop |
| 멘붕 | Menbung | Zusammenbruch | K-Drama / K-Pop |
| 오글거리다 | Ogeulgeorida | Zum Fremdschämen | K-Drama / K-Pop |
| 비담 | Bidam | Gesicht der Gruppe | K-Drama / K-Pop |
| 빵터지다 | Ppangteojida | Loslachen | K-Drama / K-Pop |
| 꿀잼 | Kkuljaem | Mega unterhaltsam | K-Drama / K-Pop |
| 노잼 | Nojaem | Langweilig | K-Drama / K-Pop |
| 인싸 | Inssa | Beliebte Person | K-Drama / K-Pop |
| 아싸 | Assa | Außenseiter | K-Drama / K-Pop |
| 셀카 | Selka | Selfie | K-Drama / K-Pop |
| ㅋㅋㅋ | kkk | Lachen | Chat |
| ㅎㅎ | hh | Sanftes Lachen | Chat |
| ㅠㅠ | yuyu | Weinen | Chat |
| ㄱㄱ | gg | Los geht's | Chat |
| ㅇㅇ | oo | Jup | Chat |
| ㄴㄴ | nn | Nee | Chat |
| ㅇㅋ | ok | OK | Chat |
| ㄷㄷ | dd | Schauder | Chat |
| ㅈㅅ | js | Sorry | Chat |
| ㅁㅇ | my | Sorry (lockerer) | Chat |
| TMI | TMI | Zu viel Information | Chat |
| 갑분싸 | Gapbunssa | Plötzliche Stimmungsbremse | Chat |
| 치맥 | Chimaek | Hähnchen und Bier | Essen |
| 맛집 | Matjip | Top-Restaurant | Essen |
| 존맛 | Jonmat | Wahnsinnig lecker | Essen |
| 혼술 | Honsul | Allein trinken | Essen |
| 혼밥 | Honbap | Allein essen | Essen |
| 먹방 | Meokbang | Ess-Sendung | Essen |
| 꿀맛 | Kkulmat | Honigsüß lecker | Essen |
| 극혐 | Geukhyeom | Extremer Ekel | Gefühle |
| 설레다 | Seolleda | Herzklopfen | Gefühle |
| 답답하다 | Dapdapada | Beklemmend frustrierend | Gefühle |
| 짜증나다 | Jjajeungnada | Voll nervig | Gefühle |
| 억울하다 | Eogulhada | Zu Unrecht beschuldigt | Gefühle |
| 속상하다 | Soksanghada | Innerlich verletzt | Gefühle |
| 현타 | Hyeonta | Realitätscheck | Gefühle |
| 소름 | Soreum | Gänsehaut | Gefühle |
| 꼰대 | Kkondae | Ewiggestriger | Bonus |
| 플렉스 | Peullekseu | Angeben | Bonus |
| 킹받다 | Kingbatda | Zum Ausrasten | Bonus |
So übst du koreanischen Slang
Zu wissen, was Slang bedeutet, ist nur die halbe Miete. Die eigentliche Kunst ist der Einsatz mit dem richtigen Timing und Ton. Hier sind praktische Wege, damit diese Ausdrücke hängen bleiben.
1. Schau K-Dramas und Shows mit Slang-Ohr
Nimm dir eine Serie oder Show und höre aktiv auf Slang. Pausiere, wenn einer der Begriffe aus dieser Liste fällt, und notiere den Kontext: Wer sagt es zu wem, und wie ist die soziale Dynamik? Shows wie Running Man und Knowing Bros sind besonders slangreich. Schalte bei bereits gesehenen Szenen die Untertitel aus und teste dein Verständnis.
2. Folge koreanischen Social-Media-Accounts
Folge koreanischen Accounts auf Instagram, X (Twitter) und YouTube. Lies die Kommentare, denn dort lebt der natürlichste, ungefilterte Slang. K-Pop-Fanaccounts, Foodblogger und koreanische Memeseiten sind Goldgruben für aktuellen Sprachgebrauch.
3. Übe im Gespräch
Am besten verinnerlichst du Slang, indem du ihn in echten (oder simulierten) Gesprächen benutzt. KI-Gesprächspartner sind dafür ideal, weil du ein 대박 oder 헐 im Kontext fallen lassen kannst, ohne dich zu blamieren. Apps wie Chingu lassen dich mit koreanischsprachigen KI-Freunden in natürlichem, lockerem Koreanisch chatten, also genau in dem Register, in das Slang gehört. Wenn du vorher deine höflichen Ausdrücke auffrischen willst, ist das immer ein gutes Fundament.
4. Führe ein Slang-Tagebuch
Jedes Mal, wenn du in freier Wildbahn ein neues Slangwort triffst, sei es in einer Serie, einem Kommentarbereich oder einem Gespräch, notiere es zusammen mit dem Fundkontext. Dieses Tagebuch regelmäßig durchzugehen ist weit wirksamer als Listen auswendig zu lernen, weil an jedem Eintrag eine echte Erinnerung hängt.
Häufige Fragen zu koreanischem Slang
Was ist das beliebteste koreanische Slangwort?
대박 (daebak) ist wohl das bekannteste und meistgenutzte koreanische Slangwort. Es heißt „der Wahnsinn“, „Volltreffer“ oder „wow“ und funktioniert als Allzweck-Ausruf für Überraschung oder Bewunderung. Du hörst es ständig in K-Dramas, Shows und im Alltag. 화이팅 (hwaiting, „du schaffst das!“) ist als Anfeuerungsruf genauso ikonisch.
Darf ich Slang bei Fremden oder Älteren benutzen?
Nein. Koreanischer Slang ist von Natur aus locker und gehört in entspannte Kontexte, also unter enge Freunde, in Online-Räume und in informelle Situationen. Bei Fremden, Älteren, Vorgesetzten oder im beruflichen Umfeld gilt er als unhöflich oder unpassend. Passe deine Sprache immer dem sozialen Kontext an. Im Zweifel bleib bei standardhöflichem Koreanisch.
Was heißt ㅋㅋㅋ im koreanischen Chat?
ㅋㅋㅋ steht für Lachen in koreanischen Nachrichten und Onlinekommentaren. Der Konsonant ㅋ (kieuk) imitiert ein Glucksen, ähnlich wie „hahaha“. Je mehr ㅋ, desto lustiger. Ein einzelnes ㅋ kann abweisend oder sarkastisch wirken, eine lange Kette wie ㅋㅋㅋㅋㅋㅋ signalisiert echtes, unkontrollierbares Lachen.
Was ist der Unterschied zwischen 인싸 und 아싸?
인싸 (inssa) kommt von „insider“ und beschreibt jemanden, der sozial beliebt ist und immer mittendrin steckt. 아싸 (assa) kommt von „outsider“ und beschreibt jemanden, der Alleinsein bevorzugt oder am Rand bleibt. 인싸 ist meist ein Kompliment und 아싸 kann neckend gemeint sein, aber viele Koreaner bezeichnen sich stolz als 아싸, gerade weil die Solo-Kultur (혼밥, 혼술) zunehmend akzeptiert ist.
Wie schnell verändert sich koreanischer Slang?
Sehr schnell. Koreanische Internet- und Jugendkultur produziert laufend neue Begriffe, und Wörter können innerhalb eines Jahres aufsteigen und wieder verschwinden. Manches (wie 대박, 화이팅 und 아이고) hält sich seit Jahrzehnten, neuere Begriffe kommen und gehen rasch. Koreanische Social Media, Shows und Onlinecommunities zu verfolgen ist der beste Weg, aktuell zu bleiben. Die Begriffe in diesem Guide sind etablierte Ausdrücke, die sich Stand 2026 bewährt haben.


